Forensisch Toxikologisches Centrum München GmbH





Akkreditiertes Labor für die Abstinenzkontrollen
Alkohol und Drogen in
Urin und Haaren

nach den verbindlichen Beurteilungskriterien
(CTU-Kriterien)
Aktuell 3. Auflage vom 01. Mai 2014

 

Haarabnahmen für das
FTC auch in Bonn möglich.
Institut für Rechtsmedizin des UKB
Anmeldung unter 0228-738334

 


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www.ftc-wien.at

Urin

Die Aufnahme zentral wirksamer Mittel ist sehr einfach durch Analyse einer Urinprobe möglich. Häufig ist die Muttersubstanz im Urin nachweisbar, z.T. aber auch oder sogar nur hydrophile Metaboliten, die nicht mehr psychotrop wirken müssen (z.B. nach Konsum von Cannabisprodukten). Im Urin ist die Nachweisbarkeitsdauer gegenüber Blut verlängert, andererseits ist der Nachweis eines vorausgegangenen Konsums auch dann noch gegeben, wenn nicht mehr von einer akuten Wirkung und somit auch nicht von einer akuten Beeinträchtigung durch das berauschende Mittel ausgegangen werden kann.

Die Analyse einer Urinprobe ist nicht geeignet, um Aussagen zum Grad der akuten Beeinträchtigung bei der Frage nach der Verkehrssicherheit eines Verkehrsteilnehmers zu treffen.  Die Nachweisbarkeitsdauer von Substanzen ist dosisabhängig, kann bei regelmäßigem Konsum ansteigen und ist auch von der Entleerungsfrequenz der Harnblase abhängig. Es gilt die  Faustregel, dass Substanzen - meist in Form ihrer Metaboliten- nach ca. 8-10 Eliminationshalbwertszeiten soweit ausgeschieden sind, dass die Nachweisgrenzen gängiger Untersuchungsmethoden unterschritten werden. Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass die Nachweisbarkeitsdauer u.a. von der Empfindlichkeit der verwendeten Analysemethode und der vom Labor vorgegebenen Nachweisgrenze (Cut-off-Wert) abhängt.

In der Praxis ist eine (zusätzliche) Urinanalyse zu empfehlen, wenn zwischen Vorfall und Probennahme bereits ein großes Zeitintervall liegt (Unfallflucht, Vergewaltigungsdelikt etc.). Dann kann bei Substanzen mit kurzer Plasmahalbwertszeit der Nachweis im Blut schon unmöglich sein, die positive Analyse einer Urinprobe kann aber noch einen Substanzkonsum belegen. Eine Urinprobe ist auch anzuraten, wenn nicht die gängigen berauschenden Mittel (Cannabinoide, Opiate, Cocainmetabolite, Amphetamine incl. Ecstasy-Derivate, Methadon, Benzodiazepine), sondern der Einfluss von Arzneimitteln angenommen wird, insbesondere wenn das Mittel selbst nicht bekannt ist. Urin ist häufig in größerer Menge zu erlangen und eignet sich eher für sog. „General-Unknown-Analysen“. So kann eine Urinanalyse Hinweise liefern, um welche Substanz es sich handeln kann, um anschließend eine gezielte Analyse der zusätzlich abgenommenen Blutprobe (Targetanalyse) zu ermöglichen.

Auch für die Fahreignungsbegutachtung ist Urin besser geeignet als Blut, da die Nachweisbarkeitsdauer nach Konsum zentral wirksamer Mittel länger ist. In entsprechenden Fällen sind mehrere stichprobenartige Kontrollen in einem definierten Zeitraum durchzuführen; zudem sind Täuschungsversuche auszuschließen.

Zur Probenverfälschung wird auf externe sowie interne Mittel (in vitro und in vivo) zurückgegriffen, z.B.  Versuch der Abgabe von Fremdurin oder anderer wässriger Lösungen (Tee, Apfelsaft, Wasser etc.), weshalb die Probennahme bei Sichtkontakt erfolgen muss. Extern dem Urin zugegebene Stoffe wie Seife, Essig, Zitronensaft, Enzyme, reaktive Chemikalien, gelb gefärbte Chromate, klare Bleichmittel, Nitrite, Glutaraldehyd oder bestimmte Puder können v.a. den immunchemischen Nachweis von Drogen erschweren. Als interne Mittel kann die Aufnahme übergroßer Mengen von Getränken (Tee, Wasser) oder die Einnahme von Diuretika zum Zwecke der Verdünnung erfolgen. Eine Überprüfung des Urins auf Verfälschung muss ein regulärer Bestandteil einer Urinanalyse sein und insbesondere eine sofortige Temperaturbestimmung bei der Abnahme sowie eine Kreatininbestimmung müssen regulärer Bestandteil einer Probencharakterisierung sein.